10 Jahre Streitschlichter an der Marienschule

19/09/2011
Was als Experiment im Jahr 2000 begann, hat sich zur Erfolgsgeschichte entwickelt: Das Streitschlichterprogramm der Marienschule.

Streitschlichter 2011Jetzt schon im 11. Jahr sind Streitschlichter ausgebildet worden; am 5. 7. 2011 konnte die bisher größte Gruppe, nämlich 21 Schüler und Schülerinnen, nach erfolgreicher Prüfung ihre Zertifikate aus der Hand des Schulleiters entgegennehmen. 21 Streitschlichter, das klingt zunächst nicht nach nicht viel- aber  an Anmeldungen mangelt es nicht.


So melden sich jährlich im Durchschnitt zwischen 50 und 70 SchülerInnen aus den Jahrgangsstufen 8 und 9 zur Streitschlichterausbildung für die AG „Training sozialer Kompetenzen“. Doch da die einjährige Ausbildung sehr zeitaufwendig und intensiv  angelegt ist,  ist die Teilnehmerzahl auf 16 – 18 Plätze begrenzt. Deshalb müssen die Trainerinnen, Sr. Renate und Frau Tappe, die begehrten Ausbildungsplätze meist  auslosen. In der Ausbildung trainieren  die zukünftigen Schlichter wesentliche Fähigkeiten  wie z.B. Wahrnehmung,  verbale und nonverbale Kommunikation, Ich-Botschaften und „Spiegeln“, sie machen Erfahrungen mit Konfliktlösungsstrategien  und üben vor allem den Aufbau und Verlauf von Mediationsgesprächen. Dabei sind sie  zu großen Opfern hinsichtlich ihrer ohnehin knapp bemessenen Freizeit bereit: die Ausbildung findet nämlich wöchentlich in den 8. und 9. Schulstunden statt, dazu kommen noch die Prüfungsnachmittage, denn die Ausbildung endet mit einer praktischen und theoretischen Prüfung. Das erworbene Zertifikat wird von den (zukünftigen) Arbeitgebern sehr geschätzt.


Alle SchülerInnen der Klassen 5 bis 9 können die Hilfe von Streitschlichtern in Anspruch nehmen. Wenn Schüler oder Schülerinnen unserer Schule Konflikte miteinander haben, können die Streitschlichter ihnen Unterstützung bei der Beilegung dieser Konflikte anbieten. Dabei geht es nicht darum, wer Recht oder Unrecht hat, die Schlichter helfen den streitenden Parteien nur, eine gemeinsame Lösung oder Übereinkunft zu finden nach dem „win-win-Prinzip“. Damit dies in Ruhe geschehen kann, ist ein Raum zwischen dem Unterstufentrakt und dem Haupttrakt  dafür bereitgestellt worden. Das, was in diesem Raum gesprochen und ausgehandelt wird, bleibt Sache der Streitenden und der Schlichter und unterliegt somit dem Prinzip der Vertraulichkeit. Wenn die Konfliktpartner zu einem Ergebnis gekommen sind, schließen sie mit Hilfe der Streitschlichter einen schriftlichen Vertrag miteinander ab.
In den beiden großen Pausen halten sich die 2-3 Schlichter, die im Einsatz sind, im Streitschlichterzimmer auf und können dort von den Konfliktparteien angesprochen werden. Für die Schlichter gibt es einen festen Einsatzplan, der wöchentlich wechselt und an der Tür des Schlichterraumes  aushängt.
Das Streitschlichterprogramm ist Teil der Werteerziehung unserer Schule.

Sowohl die Ausbildung als auch der Einsatz fördern die Persönlichkeitsentwicklung unserer SchülerInnen: die Schlichter und Schlichterinnen erwerben wesentliche Kompetenzen im Bereich des sozialen Miteinanders und wenden diese erlenten Fähigkeiten in den Schlichtungen an; die Schüler und Schülerinnen, die eine Schlichtung in Anspruch nehmen, erfahren dadurch  neue und effektive Wege  im Umgang mit Konflikten, die sie dann später oft selber anwenden, wie viele Lehrer bereits feststellen konnten.

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“- das Streitschlichterprogramm unserer Schule ist dafür der beste Beweis.

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