Exkursion der 11er Erdkunde-Grundkurse zum Haus Düsse
Das Landwirtschaftszentrum Haus Düsse liegt in Ostinghausen – Bad Sassendorf, die Aufgabenbereiche sind Bildungs-, Versuchs- und Prüfungsaufgaben, Fachinformation, Verbraucheraufklärung und Öffentlichkeitsarbeit.
Haus Düsse ist die Landwirtschaftskammer NRW und besitzt 280 ha Land, wovon 240 ha bewirtschaftet werden und 40 ha nur für Gebäude, Ställe, Wege etc. wegfallen. In dem Bereich Tierhaltung hält es Schweine, Rinder und Geflügel. (Weitere Informationen unter www.duesse.de)
Auf den Unterricht bezogen besichtigten wir zusammen mit Frau Kleißendorf und Herrn Hüster am 27.11.2009 den Bereich Tierhaltung, speziell Schweine- und Rinderzucht.
Schweinehaltung auf Haus Düsse
Haus Düsse hat ein geschlossenes Schweinemastsystem. Das bedeutet, sie produzieren die Ferkel selber und mästen sie danach. Dieses System hilft dabei, die Hygiene aufrecht zu erhalten und lässt keine Möglichkeit offen, dass sich die Schweine Krankheiten einfangen.
Der erste Schritt bei diesem System ist die artgerechte und hygienische Haltung der Sauen. Jede Sau wiegt zwischen 280 und 350 kg und bringt pro Wurf im Durchschnitt 12-15 lebende Ferkel. Um diese ernähren zu können, wird jede Futterration auf die einzelnen Sauen und ihre Bedürfnisse abgestimmt. Jede Sau ist ca. 3 Monate und 3 Wochen trächtig und schafft 2,4 Abferklungen im Jahr, deshalb im Durchschnitt 24-28 Ferkel. Um diese Ferkel vor Krankheiten zu schützen, herrschen sehr strenge Hygienevorschriften in den Ställen. Da die Ferkel im frühen Alter noch nicht direkt geimpft werden dürfen, wird der Impfstoff der Sau gespritzt und die gibt es über die Milch an die Ferkel weiter.
80% der Sauen werden auf dem Haus Düsse künstlich befruchtet. 4-5 Tage nach jeder Befruchtung werden die Sauen in Gruppen unterteilt. Nach ca. 3-4 Wochen wird durch Ultraschall überprüft, ob die Sau tragend ist (Dauer: 10s pro Tier). Damit es der Landwirt einfacher hat, die Sauen, die tragend sind, nach 3 Wochen umzustallen, hilft der Fütterungscomputer. Wenn eine trächtige Sau an den Futterautomat kommt, wird über das elektronische Halsband überprüft, ob die Sau über 3 Monate trächtig ist. Ist dies der Fall, wird sie automatisch von den anderen Tieren isoliert und der Landwirt kann sie umstallen.
Damit ein Landwirt von der Schweinzucht leben kann, muss er mindestens 300 Sauen halten oder 2500-3000 Mastschweine. Denn bei einer Sau bleibt nur ca. 50 € übrig und bei einem Mastschwein nur ca. 20 €.
Rinderhaltung auf Haus Düsse
Die Rinderhaltung unterscheidet sich größtenteils von der Schweinehaltung. Die Rinderzucht ist in 2 Bereiche aufgeteilt: der erste ist für die reine Milchproduktion, wo die Kühe deutlich sichtbar größere Euter besitzen und der zweite Bereich ist ausschließlich für die Fleischzüchtung, die Kühe dort besitzen kleinere Euter sind jedoch viel dicker gezüchtet. 1-2 Wochen vor dem Abkalben kommen die Kühe in extra Boxen, da zu der Zeit die Mikroben im Pansen der Kuh sehr empfindlich sind. 5% der Kühe bekommen Zwillinge. Nach der Geburt werden die Kälber in extra Ställen großgezogen bis Sie in die normalen Ställe umgestellt werden können. Schon als Kalb werden die Kühe enthornt und Bullen bekommen nach einem Jahr einen Nasenring. Die Kuhställe sind nach außen offen, da sich Kühe zwischen 0-15°C wohl fühlen, jedoch auch noch bei -15°C draußen bleiben. Nur im Sommer werden die Ställe durch Ventilatoren belüftet, so dass es nicht zu warm wird. Bevor eine Kuh Milch geben kann muss sie kalben.
Nach der Kalbung kann sie 2 bis 2 ½ Jahre Milch geben. Die Kühe müssen dann aber auch 2-mal pro Tag gemolken werden. Eine durchschnittliche Kuh liefert im Jahr 14.000 Liter Milch.
Das Haus Düsse verfügt über einen Melkstand mit Computer, jedoch müssen die Zitzen mit Hand gesäubert und angeschlossen werden. Das Haus Düsse verfügt aber auch noch über eine vollautomatische Melkmaschine (siehe Bild), wo die Kühe durch Futter angelockt werden und dann die Maschine mithilfe von Bürsten den Euter säubert und die Zitzen anschließt an die Maschine automatisch anschließt. Die Milch wird in einen ersten Behälter aufgefangen und dort von der Maschine überprüft und danach erst weitergeleitet. Solch eine Maschine kostet ca.140000 €. Ein Milchbauer verdient an einem Liter Milch ca.1-1 ½ Cent.
Die vollautomatische Melkmaschine war ein Ausblick auf die Zukunft der Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit modernster Technik. Wir, der Erdkunde Grundkurs, waren sehr zufrieden und beeindruckt von der Exkursion und haben sie genossen.
(Hubertus Unkrüer, Ulf Lüdecke)
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