Marienschule Lippstadt

Privates Gymnasium für Jungen und Mädchen

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Sozialpraktikum

Erste Gedanken zur Einführung des Sozialpraktikums „Compassion“ entstanden in unserer Schule in den Jahren 2001/02. Konkrete Fortführungen in Lehrer- und Schulkonferenz bewirkten im Herbst des Jahres 2002 den Beschluss, zum ersten Mal ein Sozialpraktikum für die Jahrgangsstufe 9 im Sommer des Jahres 2003 durchzuführen. Intensive Zusammenarbeit von Lehrern, Eltern und sozialen Einrichtungen ermöglichten in den letzten beiden Wochen des Schuljahres 2002/03 die erstmalige Etablierung des Sozialpraktikums „Compassion“ für 121 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9. Und wiederum zum Ende des nächsten Schuljahres 2003/04 absolvierten wiederum 125 Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Einrichtungen der Altenpflege, der Jugendarbeit, Kindergärten und der allgemeinen Betreuung ihr Praktikum. Bewusst wählte unsere Schule auch den Begriff „Compassion“ im Sinne von Mitgefühl und Mitleben. Es geht dabei nicht nur um einen zweiwöchigen Einblick in einen pflegerischen oder sozialen Beruf, sondern um die Einübung von Mitgefühl und Mitleben mit Benachteiligten unserer Gesellschaft.

 

Dabei entspricht „Compassion“ einem mit Beginn der 1990er Jahre vor allem an katholischen Schulen verankerten Projekt. Mit dem damals schon an verschiedenen Schulen eingeführten Praktikum wollte man einer mehr und mehr egoistisch werdenden Gesellschaft entgegenwirken und Schule als Lernort sozialen Empfindens etablieren. Dabei wurde schon damals die Durchführung des Sozialpraktikums nicht nur in der Sekundarstufe II empfohlen, gerade auch heranwachsenden Jugendlichen in der Sekundarstufe I sollte durch tätige Hilfe die Notwendigkeit sozialen Eismatzes bei guten Anleitung deutlich werden.

 

Im Umkreis Lippstadts und seiner benachbarten Städte und Gemeinden haben wir seit dieser Zeit ein Netzwerk von etwa 140 Praktikumsplätzen in den Bereichen der Seniorenpflege, der Krankenhäuser, der Kindergärten, der Behinderteneinrichtungen und der Jugendpflege aufgebaut. Aus diesem „Pool“ suchen sich die Schülerinnen und Schüler ihre Praktikumsstelle aus, die nach Eignung und Wohnortnähe gemeinsam mit der Schule vergeben werden.

 

Nach endgültiger Zuteilung der Praktikumsstellen und einer ersten Begegnung vor Ort werden die Schülerinnen und Schüler in einem zweitägigen Workshop „Compassion“ mit inhaltlichen und organisatorischen Fragestellungen auf ihren Einsatz vorbereitet. Dazu sind externe Experten in der Schule, dazu gehört auch ein gemeinsamer Gottesdienst.

 

Nach Beendigung des Praktikums trifft man sich zu gemeinsamen Austausch und Auswertung. Hier stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse vor. Wir haben bewusst auf eine herkömmliche „Praktikumsmappe“ verzichtet. Wir erwarten von den Schülern in einer Art Wandzeitung die Vorstellung ihrer jeweiligen Einrichtung und die Darstellung ihrer persönlichen Erfahrungen.
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