Crash Kurs NRW an der Marienschule: Ein emotionaler Appell zur Verkehrssicherheit
Mucksmäuschenstill ist es, als Polizisten, ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, eine Notfallseelsorgerin und ein Unfallopfer die Bühne des Forums der Marienschule betreten. „Stell dir vor, du stehst an einem Wendepunkt in deinem Leben – voller Träume, Pläne und unzähliger Möglichkeiten.“ Genau dort setzt der Crash Kurs NRW an. Ziel des Präventionsprojekts ist es, auf die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit, Ablenkung am Steuer, zum Beispiel durch Smartphone-Nutzung, sowie Alkohol- und Drogenkonsum aufmerksam zu machen – und das ohne erhobenen Zeigefinger. Hintergrund ist der hohe Anteil jugendlicher Verkehrsteilnehmer an der Verursachung schwerer Unfälle.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde ein Video gezeigt, das bestürzende Bilder von Unfallstellen und Gedenkkreuzen präsentierte. Es war ein schockierender, aber notwendiger Blick auf die Gefahren, die mit einem riskanten Verhalten im Straßenverkehr einhergehen. Die eindringlichen Bilder machten die Schüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q2 betroffen. Anschließend folgten persönliche Berichte der Einsatzkräfte und des Unfallopfers Sonja Graskemper. Sie schilderte, wie ein Verkehrsunfall vor sechzehn Jahren ihr Leben nachhaltig veränderte. Mit einer Vielzahl größtenteils offener Brüche, komplexen Hauttransplantationen und weiteren Operationen wurde das Leben nicht nur für sie, sondern auch für ihre Familie zur Herausforderung. „Monate im Rollstuhl und das Leben mit einer Schwerbehinderung haben meine Perspektive auf die Welt grundlegend verändert“, so Graskemper.
Bewegend beschrieb Notfallseelsorgerin Heike Gösmann, wie der Moment, in dem sie einer Familie die tragische Nachricht über den Tod ihrer Tochter überbringen musste, alles auf den Kopf stellte. „Das Leben dieser Familie war in einem Augenblick zerstört“, betonte sie. Auch Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr machten deutlich, dass Verkehrsunfälle von jungen Menschen sie nicht kalt lassen, sondern ihnen immer auch persönlich nahegehen.
Die abschließende Botschaft des gesamten Teams des Crash Kurses NRW war ein eindringlicher Appell an die Einsicht, das Verantwortungsbewusstsein und die Vernunft der Schüler. Riskantes Verhalten im Straßenverkehr ist nicht nur lebensgefährlich, sondern hat auch weitreichende, unwiderrufliche Folgen für alle Beteiligten. „Es ist etwas anderes, ob man in der Zeitung von einem Verkehrsunfall liest, oder von betroffenen Menschen persönlich hört, wie ein Unfall ihr Leben für immer verändert hat“, waren sich die Schüler in der Nachbesprechung der Veranstaltung einig. Sie tragen im Straßenverkehr Verantwortung – für sich und für andere.
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