Religionsunterricht beim Bestatter: Exkursion zum Westfriedhof

Exkursion zum Westfriedhof

Religionsunterricht beim Bestatter: Exkursion zum Westfriedhof

Ein Leichenwagen, ein leerer Sarg und ein Blick in einen ungenutzten Abschiedsraum - diese Eindrücke gehörten kürzlich zu unserem Religionsunterricht dazu. Im Rahmen unserer Unterrichtseinheit „Umgang mit Sterben - Leben mit dem Tod“ trafen wir, der evangelische Religionskurs der Jahrgangsstufe 10, mit Frau Kleine-Eickhoff den Junior-Chef des Bestattungsunternehmens Freise, Herrn Kellerhoff, am Westfriedhof, um über Verlust, Trauer, und Sterben zu sprechen. Am Ende der Exkursion stand für uns fest, das Thema Tod darf nicht tabu sein.

Herr Kellerhoff hat uns am Westfriedhof empfangen und uns zuerst die Besonderheiten seines Leichenwagens gezeigt. Anschließend hat er uns mit viel Empathie seine Tätigkeit als Bestatter vorgestellt und aus seinem Berufsalltag berichtet. Schnell haben wir gemerkt, dass dieser Beruf eine wahre Berufung für ihn ist und dass er nicht nur einen Familienbetrieb weiterführt. Bei unserem Rundgang durch das Bestattungshaus sahen wir einen klimatisierten Bestattungsraum, in dem der Tote für ein paar Tage aufbewahrt wird, damit die Angehörigen ungestört nach Wunsch Abschied nehmen können. Außerdem haben wir uns Werkzeuge und verschiedene Materialien angeschaut, mit denen die Toten auf eine Erdbestattung oder auf das Krematorium vorbereitet werden. In Deutschland gibt es ein Gesetz, welches besagt, dass der Tote nach zehn Tagen eingeäschert oder begraben werden muss. Anschließend sind wir über den Friedhof gegangen. Auf dem Westfriedhof gibt es nicht nur christliche Gräber, sondern auch muslimische Gräber, welche nach Mekka ausgerichtet sind. Abschließend haben wir uns die Kapelle angeschaut.

Herr Kellerhof hat für uns den Umgang mit dem Tod durch seine Offenheit erfahrbar gemacht und uns eine Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen. Seine eigenen Erfahrungen haben für uns die Mauer,  die generell um den Themenkreis Verlust, Trauer, und Sterben gezogen wird, zum Bröckeln gebracht. „Es wird leichter, wenn man häufiger darüber spricht, so Herr Kellerhoff. Der Tod sei für ihn die „Vollendung des Lebens. Diese Auffassung können wir nur teilen und sind dankbar, dass der Tod durch das Gespräch mit Herrn Kellerhoff für uns kein Tabuthema mehr ist.

Selma Ramic, 10A




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