Verantwortlich handeln im Spannungsfeld von Politik und Kirche

FORUM.LEBEN.GLAUBEN.

Verantwortlich handeln im Spannungsfeld von Politik und Kirche

Ein vollbesetztes Forum bildete den Rahmen für den Vortragsabend des Paderborner Professors Dr. Peter Schallenberg am vergangenen Dienstag über das verantwortliche Handeln des Menschen im Spannungsfeld von Kirche und Politik. Die Mitwirkenden der gemeinschaftlichen Initiative von Pauline von Mallinkrodt Stiftung und Pastoralem Raum Lippstadt „FORUM.LEBEN.GLAUBEN“ hatten den Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät in Paderborn eingeladen, um einen weiteren Akzent in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens zu setzen. 

Namhafte Referenten bis hin zum ehemaligen Bundestagsvizepräsident Norbert Lammert waren schon seit einigen Jahren in der Marienschule zu Gast, um das Nachdenken über derlei Thematiken bei den Zuhörerinnen und Zuhörern zu fördern und sich Generationen übergreifend auszutauschen. Und so waren Schulleiterin Ute van der Wal und Dechant Thomas Wulf vom Pastoralen Raum Lippstadt sehr erfreut über die große Zuhörerschaft, und dabei insbesondere über viele Schülerinnen und Schülern, die in ihrem Unterricht ähnliche Thematiken behandeln und Lösungen bewerten. 

Mit Dr. Peter Schallenberg war ein profunder und engagierter Kenner und Fachmann auf dem Gebiet der Ethik und christlichen Sozialwissenschaft gefunden worden, ist er doch nach vierjähriger Tätigkeit in Fulda schon seit 2008 an der Theologischen Fakultät in Paderborn lehrend tätig. Religionslehrer Dietmar Lange stellte den profilierten Referenten vor und verwies auf die aktuellen politischen Diskussionen, welche Rolle Kirche und christlicher Glaube angesichts weitgehender Säkularisierung und der geringer werdenden Bedeutung der Kirchen im öffentlichen Leben einnehmen könne und wolle. 

Schnell ergriff der 61-jährige katholische Priester in seinem Vortrag die Initiative und gründete seine Ausführungen auf dem schon in der Antike sich herausgebildeten Menschenbild, das den christlichen Glauben inhaltsschwer geprägt habe. Ob es dabei die philosophischen Anstöße des antiken Denkers Sokrates waren oder ob der Mensch nach Immanuel Kant die Pflicht und die Würde habe zu denken, immer seien es das „Ich“ oder die „Personalität“ des Menschen, die ihn zum Gestalter oder zur Gestalterin oder allgemein zum Fragenden in seiner Zeit werden ließen. Dass dies gerade auch in der aktuellen gesellschaftlichen Situation zu Spannungsfeldern führe, läge auf der Hand und fordere das klare Bekenntnis zur Würde des Menschen, die nicht verhandelbar und bewertbar sei. 

Nicht immer selbstverständlich war bei den vielfachen Verweisen auf antikes philosophisches Denken die engagierte Beteiligung der Schülerinnen und Schüler, die der Referent in seine Ausführungen einbezog und zum Mittun animierte. Und zum Staat und seiner Aufgabe führte er aus: Der Staat habe die Aufgabe, die „minimale Gerechtigkeit“ herzustellen, die eine eigenbestimmte aktive Lebensführung in Freiheit und Verantwortung ermögliche.

Nach seinen Ausführungen stand der Referent für weitere Nachfragen und Anregungen bereit – auch, um auf Ansätze zur Umsetzung in Familie und Schule - gerade einer Katholischen Schule - einzugehen.

Gerahmt wurde der Vortragsabend durch den ausgezeichneten Lippstädter Akkordeonisten Andreas Hermeyer, der mit Stücken u.a. von Johann Sebastian Bach sowie dem Ave Maria von Astor Piazolla das Publikum in die Welt der Musik entführte.

Für den bereichernden Abend voller philosophischer und gesellschaftlicher Fragestellungen bedankte sich Religionslehrer Dietmar Lange seitens der Initiatoren von „FORUM.LEBEN.GLAUBEN“ bei dem mehrfach ausgezeichneten Theologen herzlich und unterstrich den Wert christlicher Bildungsarbeit in der Begegnung von Glaube und Welt. Im September steht der nächste Vortragsabend: dann soll es um das Spannungsfeld von Kirche und Kunst gehen.






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