Pädagogisches Anliegen

Marienschulfamilie auf dem Rathausplatz

Pädagogisches Anliegen

Unsere Leitlinie: Wir ermöglichen eine ganzheitliche Entfaltung eines jeden Kindes aus christlichem Selbst- und Werteverständnis.

Leitbild

Begegnen - Bilden - Bewegen

Unser Tun und Handeln sind geprägt von der Vorstellung der Gottesebenbildlichkeit des Menschen und deren konkretem Vorlegen durch Pauline von Mallinckrodt und ihrem beispielhaften Einsatz für junge Menschen.

Wertschätzung und Achtsamkeit sind Werte, die für uns an oberster Stelle stehen.

  1. Unser Ziel ist eine ganzheitliche Bildung, in deren Mittelpunkt der Mensch steht: Wir begleiten die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit in Verantwortung für den anderen und für die Welt.
  2. Wir leben christliche Werte im Marienschulalltag und laden auch Andersdenkende ein, unsere Schule zu besuchen.
  3. Das gemeinsame Miteinander aller am Marienschulleben Beteilligten ist uns wichtig.
  4. Konzentriertes Arbeiten und Zeiten der Muße haben bei uns ihren Raum.
  5. Die Öffnung der Marienschule nach außen ist uns in engem Miteinander mit unseren außerschulischen Lernpartnern ein besonderes Anliegen.
  6. Wir sichern nachhaltig die Qualität unserer Arbeit.

Schulprogramm

Jedem Kind sein Gesicht.

 

Wir sind…

… ein katholisches Gymnasium und Aufbaugymnasium in Ordenstradition, seit 1897, in der Tradition der Schwestern der Christlichen Liebe, getragen vom Trägerverein Marienschule Lippstadt e.V., in finanzieller Absicherung durch die Pauline von Mallinckrodt-Stiftung

… staatlich anerkannt und vergeben gleichwertige Abschlüsse

… drei- bis vierzügig - aktuell besuchen 875 Schülerinnen und Schüler unsere Schule.

 

Aufbauend auf unsere Erfahrungen mit dem Doppelsystem G8-Gymnasium und Aufbaugymnasium („G9“ in den Klassen 7 bis 13) unserer Bündelschule seit bereits drei Schuljahren bieten wir seit dem Schuljahr 2018/19 den neunjährigen gymnasialen Bildungsweg (G9) für alle neuen Fünftklässler an. 

Auf Wunsch aller am Marienschulleben Beteiligten sind wir Halbtagsschule. Der Unterricht endet in der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) in der Regel um 13.05 Uhr.

Für die Fünftklässler seit dem Schuljahr 2018/2019 bedeutet das, dass 30 Stunden pro Woche verpflichtend sind.

Jeder Schüler der Sekundarstufe I hat bei uns maximal vier Fächer pro Schultag. Das ermöglicht längere und intensivere Lern-, Übungs- und Arbeitsphasen in den Doppelstunden, angemessenes Sprachenlernen in den Fremdsprachen und entlastet zudem den Tornister.

Unserem MarienSchulcafé ist die Nachmittagsbetreuung für angemeldete Kinder und Jugendliche angegliedert: Versorgung und Betreuung bis 16.00 Uhr mit gemeinsamem Mittagessen nach Schulschluss und verschiedenen Angeboten (u. a. Jugendarbeit der Kath. Studierenden Jugend KSJ, Hausaufgabenhilfe, Kreativangebote).

 

Unsere Leitlinie:

„Jedem Kind sein Gesicht.“

Wir ermöglichen eine ganzheitliche Entfaltung der Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes aus christlichem Selbstverständnis.

 

Unser Anliegen

- Verantwortung übernehmen - Erziehung zu Verantwortungsbewusstsein, eigenständigem Handeln und Entscheiden, Achtung des Einzelnen; Kultur des mitmenschlichen Umgangs - All dies sind Grundsätze unseres schulischen Zusammenlebens. Beispielhaft zeigt sich dies etwa in unseren vielfältigen Angeboten "Schüler für Schüler" oder in unserer Unterstützung der Philippinen- und Uruguay-Projekte der Schwestern der Christlichen Liebe. Mentorinnen und Mentoren aus der Oberstufe begleiten etwa die Klassen der Erprobungsstufe: im Schulalltag, insbesondere in der ersten Schulwoche, auf Klassenfahrten, bei Wandertagen, Aktionsnachmittagen, sind Ansprechpartner und „großer Bruder“ bzw. „große Schwester“ genauso wie die Mentorinnen und Mentoren der Q2 den neuen Schülerinnen und Schülern der Einführungsphase unseres Aufbaugymansiums bei ihrem Neuanfang an der Marienschule zur Seite stehen. Darüber hinaus sind Schüler bei uns für Schüler da als Medienscouts, Multis in der Suchtprävention und als Streitschlichter. Seit 2016 sind wir „Schule ohne Rassissmus – Schule mit Courage“. Im Schuljahr 2018/2019 nehmen wir teil am bundesweiten Projekt "OPENION - Bildung für eine starke Demokratie" im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"

MINT entdecken - im Unterricht und darüber hinaus (MINT - Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik): sechs Bausteine unseres MINT-Konzepts: 1.) Unterricht in allen MINT-Fächern, MINT-Profilklasse ab dem Schuljahr 2019/2020, Wahlbereich II: Informatik, Angewandte Naturwissenschaften, Physik: Robotik, Gesundheitserziehung, 2. MINT-Arbeitsgemeinschaften, IndiF-Bereich: Begabungsförderung, 3. vielfältiges Angebot für die Teilnahme an Wettbewerben (Känguru, Mathematik-/ Biologie-/ Chemieolympiade, Gedankenblitz, etc.), 4. bei Fahrten und Exkursionen mit MINT-Schwerpunkt, MINT-Fahrt in Klasse 8 der MINT-Profilklasse, 5. in der Berufs- und Studienwahlorientierung, 6. in Kooperationen, z. B. Projekte mit der Hochschule Hamm-Lippstadt HSHL (Kooperationsvertrag)

Sprachen erleben - im Unterricht und darüber hinaus: 1. Fremdsprache Englisch, 2. Fremdsprache (neu ab K 7): Französisch, Spanisch oder Latein, 3. Fremdsprache: Französisch, Latein oder Spanisch (Wahlbereich II oder Oberstufe), Wahlbereich II: Geschichte bilingual; Sprachzertifikate, Teilnahme an Wettbewerben, Exkursionen. IndiF-Angebote: z. B. DELF, Reading American Young Adult Fiction. Wir haben Schulpartnerschaften weltweit: Eger / Ungarn,  Melbourne / Australien, Sahuarita bei Tucson, Arizona / USA, Spanien (in Planung). In Klasse 8 bieten wir eine Sprachenfahrt (Englisch, Französisch, Latein) an (nicht MINT-Profilklasse).

Künstlerische, musische, sportliche und kreative Fähigkeiten fördern im Unterricht und darüber hinaus: durchgängig Unterricht in Kunst und Musik, Wahlbereich II: Darstellen und Gestalten, Literatur- und Vokalpraktische Kurse, Leistungskurse in Kunst und Sport, Kunst-Ausstellungen, besondere Lernleistungen im Abitur; vielfältige AG-Angebote im Bereich Musik, u. a. Schulorchester, Musical-AG, Konzerte, erfolgreiche Schulmannschaften in vielen Sportarten, etwa Fußball, Badminton, Handball, Tischtennis,Tennis, Schach; IndiF-Angebote etwa Nähwerkstatt, Kreative Schreibwerkstatt, Teilnahme an vielfältigen Wettbewerben, Pauline-Literaturpreis etc.

- Individuell lernen - Unser IndiF- Konzept (Individuelle Förderung von Leistung und Begabung): Jeder Schüler ist uns mit seinen Fähigkeiten und Begabungen wichtig, deshalb bieten wir zahlreiche Möglichkeiten der individuellen Unterstützung im Rahmen unseres Förderkonzeptes und darüber hinaus. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler im Laufe der Zeit mehr und mehr in die Lage zu versetzen, verantwortlich mit der eigenen Lernbiografie umzugehen, selbstständig das Lernen in die Hand zu nehmen und soziale, kommunikative und methodische Kompetenzen weiter zu entwickeln. Dabei stehen die Lehrerinnen und Lehrer beratend und unterstützend zur Seite. Wir arbeiten hier im Netzwerk Zukunftsschulen NRW und im Netzwerk Individuelle Förderung. Darüber hinaus sind uns die Begabungs- und Exzellenzförderung wichtiges Anliegen. Hier bieten wir ein vielfältiges Angebot in allen Bereichen, insbesondere im MINT-Bereich.- 

- Berufsorientierung finden: Wir sind als einziges Lippstädter Gymnasium seit 2013 zertifiziert mit dem BerufswahlSIEGEL, dem einzigen bundesweit anerkannten Siegel für Schulen mit hervorragender Berufswahlorientierung, wir sind SIEGEL-Botschafterschule im Jahr 2017 aufgrund herausragender Schule-Wirtschaft-Kooperation. Wir nehmen teil am Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Unsere Schülerinnen und Schüler absolvieren ein jeweils 14-tägiges Betriebspraktikum und Sozialpraktikum "Compassion". Unsere Schule hat ein umfassend ausgestattetes Berufsorientierungsbüro.

Glauben erfahren können: Als Schule in Ordenstradition der Schwestern der Christlichen Liebe ist für uns das religiöse Schulleben von besonderer Bedeutung, das in verschiedenen Angeboten sichtbar wird: Regelmäßige Schulgottesdienste für alle Stufen, Klassengemeinschaftstage (Jgst. 7), Besinnungstage (Q2), Schulwallfahrten, Frühschichten, Aktionsnachmittag Religion (Jgst. 5), Teilnahme an Katholiken- bzw. Kirchentagen, Fahrten der Schulgemeinde oder einzelner Klassen zum Mutterhaus der Schwestern der Christlichen Liebe nach Paderborn. Wir verstehen Schule als pastoralen Ort und haben Frau Beate Sulk-Clasen als Schulseelsorgerin im Team.

 

Für uns ist die Erziehungspartnerschaft Schule - Elternhaus von besonderer Bedeutung: wir setzen auf Kooperation, gegenseitige Wertschätzung, Offenheit und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Eltern haben als Teil unserer Marienschulfamilie vielfältige Möglichkeiten, in Schule aktiv zu sein, etwa in den Gremien der Schulmitwirkung, bei Marie@it oder im MarienSchulcafé.

Unser Kollegium (60 Lehrerinnen und Lehrer, acht Referendarinnen und Referendare) steht in Kontakt zur Grundschule, um Übergänge zu erleichtern, trifft sich zu gemeinsamen Konferenzen, Erprobungsstufenkonferenzen, pädagogischen Konferenzen, besucht regelmäßig Fortbildungen, berät intensiv während der gesamten Schullaufbahn eines jeden einzelnen Schülers / einer jeden einzelnen Schülerin, etwa auch bei Klassenlehrersprechtagen, arbeitet gemeinsam an der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Kompetente Klassenlehrer und Jahrgangsstufenleiter begleiten unsere Schülerinnen und Schüler durch ihre Schullaufbahn.

Beratungsangebot: An unserer Schule besteht die Möglichkeit, in schulischen und persönlichen Problemsituationen eine individuelle Beratung für Schülerinnen und Schüler und/oder deren Eltern durch entsprechend qualifizierte Personen in Anspruch zu nehmen.

Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement: Unserem Leitbild entsprechend (Punkt 6) sichern wir nachhaltig die Qualität unserer Arbeit. Dazu gehören regelmäßige, sowohl intern wie auch extern verantwortete Evaluationen in allen Bereichen unseres Schullebens.

Bereits zweimal hat die Qualitätsanalyse in den Jahren 2012 und 2017 unsere Schulentwicklung genauer in Augenschein genommen. Die Qualitätsanalysen dienen dem Ziel, die Qualität von Schulen zu sichern und nachhaltige Impulse für deren Weiterentwicklung zu geben. Schulen erhalten im Rahmen der geprüften Qualitätskriterien eine fundierte Rückmeldung über ihre Stärken und Handlungsfelder, die ihnen hilft, gezielte Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung zu planen und durchzuführen.

In unserem Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozess steht uns der wissenschaftliche Leiter des Instituts für Schule, Erziehungs- und Fachwissenschaften (ISEF), Bielefeld, Dr. Michael Gerhardts informierend, beratend und begleitend zur Seite.

Pauline von Mallinckrodt

Pauline von Mallinckrodt

 

Pauline von Mallinckrodt wurde 1817 in Minden als Tochter des Oberregierungsrates Detmar von Mallinckrodt und seiner Gemahlin Bernhardine von Hartmann geboren, verlebte aber mit ihren drei jüngeren Geschwistern den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend in Aachen, wohin ihr Vater als Vizepräsident des Regierungsbezirks Aachen berufen worden war. Schon in jungen Jahren setzte Pauline sich für Arme und Kranke ein und entwickelte eine große Sensibilität für soziale Not, die durch die Industrialisierung immer größere Ausmaße annahm. 1839 wechselte Pauline, bedingt durch die Pensionierung des Vaters, nach Paderborn über, das nun Hauptbetätigungsfeld ihres engagierten Einsatzes wurde. Hier trat sie dem Frauenverein zur Pflege armer Kranker in ihren Häusern bei und organisierte Nachtwachen. Um den kranken Müttern die Sorge für ihre unbeaufsichtigten Kleinkinder zu nehmen, gründete sie 1840 eine Kleinkinder- Bewahrschule als Tagesheimstätte. 1842 nahm sie die ersten zwei blinden Kinder auf und legte damit den Grund für die erste Blindenanstalt in Westfalen, die 1847 zur Provinzial-Blindenanstalt erhoben wurde und bis heute existiert. Zwei Jahre später konnte sie, nunmehr frei von den Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie, den lang gehegten Wunsch verwirklichen, sich einer Ordensgemeinschaft anzuschließen. Da sie jedoch keinen Orden fand, der die Blinden übernahm, gründete sie am 21.8.1849 die  Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe . In der Folgezeit weitete sich das Erziehungsfeld der Gemeinschaft auf die Schulen  aus. Die Tätigkeit im Schulbereich wird eine der Hauptaufgaben der Kongregation. Aufbauend auf dem  pädagogischen Anliegen Pauline v. Mallinckrodts, sieht die Gemeinschaft - damals wie heute - in der christlichen Erziehung und Bildung ihr Hauptapostolat. Am 14. April 1985 sprach Papst Johannes Paul II diese engagierte Pädagogin und Ordensfrau selig und stellte sie damit ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

 

Als Schule in Ordenstradition der Schwestern der Christlichen Liebe sind uns markante Zitate aus den Briefen von Pauline von Mallinckrodt, die pädagogische Leitlinien umreißen, wichtig:

 

  • "Die Liebe zu den Kindern ist die beste Lehrmeisterin der Erziehung, nur jemandem, der die Kinder liebt, darf man sie anvertrauen."
  • "Liebe und Güte sind die erfolgreichen Kräfte in der Erziehung, aber beide müssen gepaart sein mit konsequentem Festhalten an dem einmal Geforderten."
  • "Der liebe Gott hat dem Menschen Verstand und Herz gegeben; nur die harmonische Übereinstimmung beider bildet den Menschen zu einem vollkommenen liebenswürdigen."
  • "Was würde alle wissenschaftliche Befähigung nützen, wenn sie nicht gepaart ist mit einer tiefen Demut und einer geduldigen Nächstenliebe, mit einer vollen Ergebung in den Willen Gottes und in all seine Fügungen."
  • "Tüchtige Charaktere … werden nur von innen heraus gebildet; auf äußeren Zwangsgehorsam lege ich gar wenig Wert, weil sich solche Kinder, später erwachsene Menschen, sehr leicht in ungünstigen Verhältnissen, auch den von ihren Vorgesetzten herabkommenden bösen Beispiel und Geboten fügen - da ihre innere Kraft und Freiheit gar wenig geübt ist."
  • "Man darf keine Meinung aufdrängen, sondern überzeugen, begründen - Ratgeber sein."
  • "Erziehen Sie sich selbst, dann werden Sie andere zu erziehen wissen."

Unser Logo

Unser Logo

Der Dornbusch

Man kann es so sehen: 
Straßen, Verbindungen, Wege aufeinander zu; ein Netz, das entsteht.
Unsere Schule lebt aus einem vielfältigen Miteinander von Schülern, Lehrern und Eltern; wir sind bei unserem Tun aufeinander angewiesen und aufeinander bezogen.

Man kann es auch so sehen: 
ein Baum mit einem Stamm, der in der Erde wurzelt und sich verzweigenden Ästen, die in den Himmel reichen.
Unsere Schule soll ein lebendiges Wachstum ermöglichen, die Entfaltung der Kräfte eines jeden fördern; dabei sind wir der Erde verwachsen und dem Himmel zugewandt.

Man kann es schließlich auch so sehen: 
der brennende Dornbusch, alttestamentliches Zeichen der Nähe Gottes 
in unserer Welt.
Wir leben und handeln nicht aus uns selbst heraus, sondern vertrauen bei 
all’ unserem Tun auf die Gegenwart Gottes, auf seine liebende Nähe.

Schulgeschichte

Ein charakteristisches Bild über Geschichte, Strukturen und Veränderungen auf dem Gebiet der Mädchen- und Frauenbildung zeigt die mehr als 120jährige Geschichte unserer Schule. Eine seit 1896 als Privatschule für Mädchen im Rahmen einer Höheren Töchterschule bestehende zweiklassige Einrichtung wurde 1897 von der Kongregation der Schwestern von den christlichen Schulen der Barmherzigkeit (Heiligenstädter Schulschwestern) übernommen und als Katholisches Lyzeum aufgebaut. Der Ausbau verschiedener Jahrgänge führte nach der Neuordnung 1908 (10-klassige Bildungseinrichtung) zur staatlichen Anerkennung 1911. Schon im Jahre 1898 war der eindrucksvolle Schulbau in Lippstadts Fleischhauerstraße eingeweiht worden.

Aufbauend auf ersten Erfahrungen in der Lehrerinnenausbildung konnte 1913 die Angliederung einer Frauenschule erreicht werden, die den damaligen Schülerinnen nach 'Mittlerer Reife' das Berufsfeld der Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin eröffnete. Etwa zeitgleich errichte man Ausbildungsmöglichkeiten für Kindergärtnerinnen und -hortnerinnen. Der ersten Schulleiterin Sr. Maria Pia Hupe (1897-1918) folgte Direktorin Sr. Raphaela Tillesen (1918-1938). Ihrem Bemühen ist die Gründung der ersten Lippstädter Realschule im Jahre 1927, der Ausbau des mit der Reifeprüfung endenden Oberlyzeums und der Frauenoberschule zu verdanken. Die Entwicklung wurde durch die rigorosen Eingriffe des nationalsozialistischen Systems mehr und mehr behindert. 1938 wurde das 'St. Marien - Oberlyzeums mit Frauenoberschule' zur Auflösung gezwungen.

Die mit dem evangelischen Lyzeum vereinte 'Städtische Oberschule für Mädchen' wurde nach dem 2. Weltkrieg von der Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe übernommen und konnte 1946 im alten Gebäude als 'Marienschule' wiedereröffnet werden - 1947 legten erste Schülerinnen das Abitur ab; kurz vorher waren auch die sozialpädagogischen Ausbildungswege als Fachschulen aufgenommen worden. Seit den 1950er Jahren nahm man sich unter der Leitung von Sr. Agnesia Lobreyer (1946 - 1969) der bewussten Förderung von Spätaussiedlerinnen an, ihr oblag auch Konzeption und Bau der weiträumigen Schulgebäude in Lippstadts Norden, die im Jahre 1966 in Gebrauch genommen wurden. Mehrfache Erweiterungen und Neubauten, die Einführung der Koedukation und der Reformierten Oberstufe in den 1970er Jahren stellen wichtige Abschnitte der Tätigkeit der Schulleiterin Sr. Helene Schöpper (1969 - 1990) dar.

Mit der Öffnung der Schule für das elektronische Zeitalter durch die Initiative „Schulen ans Netz“, die Schaffung der Lernwerkstatt, des Selbstlernzentrums, der Schülerbibliothek und des Forums sowie der Einführung des Schülerbetriebspraktikums in der Jgst. 11 sind unter der Leitung von Sr. Anna Schwanz (1990 – 2002) wichtige Schritte in die Zukunft getätigt worden. Seit 1991 berichtet das „Marienschuljahr“ von den vielfältigen Aktivitäten und Initiativen an unserer Schule. Zum 100-jährigen Jubiläumsfest (1996) der Marienschule wurde das Symbol des aus dem Alten Testament stammenden Dornbusches, der als Fensterwand den östlichen Teil unseres Forums schmückt, als Marienschul-Logo aus der Taufe gehoben. Mit dem Beginn des Jahres 2001 übernahm der Trägerverein „Marienschule Lippstadt e. V“  und die „Pauline-von-Mallinckrodt-Stiftung“ von der „Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe“ die Trägerschaft der Marienschule.
Von 2002 bis 2012 leitete Herr Heinz Müting das ca. 1000 Schülerinnen und Schüler beherbergende Gymnasium. Mit dem Schuljahr 2012/2013 übernahm Ute van der Wal die Schulleitung des Gymnasiums, das mit der Neugründung des Aufbaugymnasiums zum Schuljahr 2015/2016 ein weiteres Standbein bekommen hat. Zwei Gymnasien unter einem Dach, die sich in ihrer über 100-jährigen Geschichte den Idealen einer fundierten Bildung und Erziehung zur Selbstverantwortung, vor allem aber dem christlichen Menschen- und Weltbild verantwortlich wissen.




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